Kontiki-Saga Reisen AG wird Teil der Kuoni-Gruppe: Interview mit Prof. Dr. Hugentobler, Verwaltungsratsvizepräsident Kontiki-Saga Reisen AG

Kontiki-Saga Reisen ist der Spezialist und Marktführer für Reisen in den Norden Europas. Ende Juni 2006 haben die vier Eigentümer das bis dahin unabhängige Unternehmen an Kuoni verkauft. Was sind die Hintergründe dafür? Professor Dr. Walter Hugentobler, Mitbegründer und heutiger Vize-Präsident des Verwaltungsrates von Kontiki-Saga, gibt Auskunft.

Walter Hugentobler, wie kommt man dazu, ein erfolgreiches, unabhängiges Reise-Unternehmen nach 26 Jahren zu verkaufen?

Wir vier Inhaber – zwei Ältere und zwei Junge – glaubten lange an die Vorteile eines Alleingangs. Dafür hatten wir auch bereits eine interne Nachfolgelösung vorbereitet. Allerdings bestand immer mehr die Gefahr, dass ein Grosser in unser Nischengeschäft einsteigt und uns zunehmend konkurrenziert respektive unsere Produkte nicht mehr kauft. Da beurteilten wir es schliesslich als besser, uns ganz bewusst einem erfolgreichen Grossen anzuschliessen.

Als Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz dozieren Sie das Fach Betriebswirtschaft im Teilpensum. Mit Ihrem Fachwissen hätten Sie den Verkauf gut selber über die Bühne bringen können. Warum wendeten Sie sich trotzdem an Hitz & Partner?

Alleine hätten wir das sicher nicht geschafft. Denn ich bin auf diesem Gebiet hauptsächlich ein Theoretiker. Ausserdem macht man einen solchen Verkauf wohl nur einmal im Leben. Hitz & Partner ist genau darauf spezialisiert und kennt die Branche wie niemand sonst. Genau das war für uns Gold wert. Denn Stephan Hitz und sein Kollege Roland Keusch haben für uns einen tollen Job gemacht. Unser Nutzen war dabei viel grösser als die damit verbundenen Kosten.

Wie stark war Hitz & Partner in den Verkaufsprozess eingebunden?

Stephan Hitz hat als unser «Unterhändler» alles gemanagt. Er war alleiniger Ansprechpartner für die Kaufinteressenten und steckte für uns das Feld ab. Er war auch in der Lage, die Bandbreite eines realistischen Verkaufspreises schon in einer frühen Phase des Prozesses abzuschätzen. Wir selber waren nur am Rande in die Verhandlungen involviert, wurden von ihm aber immer genau über die Fortschritte informiert. Unsere Aufgabe war es, Hitz & Partner mit allen Daten über Kontiki-Saga zu versorgen. Das hielt uns auf Trab!

Wie lief das Auswahlverfahren genau ab?

Aus ursprünglich fünf bis sechs Interessenten nahm Hitz & Partner Anfang 2006 mit vier davon konkrete Verhandlungen auf. Sie alle unterbreiteten uns provisorische Offerten. Anhand dieser entschieden wir, dass alle vier Zugang zu unserem Datenraum erhalten. Es folgten vier verbindliche Offerten. Zwei Interessenten schieden aus, mit den beiden anderen verhandelten wir weiter. Den endgültigen Entscheid für Kuoni teilten wir dem unterlegenen Kandidaten zwei Tage vor dem effektiven Verkauf Ende Juni 2006 mit. Dieses Vorgehen haben wir allen Beteiligten im Voraus offen kommuniziert.

Wie beurteilen Sie die Transaktion heute?

Mit dem Verkauf haben wir zum richtigen Zeitpunkt genau das Richtige getan. Kontiki-Saga wird als selbstständige Kuoni-Tochter im bisherigen Rahmen vom bestehenden Team weitergeführt. Allerdings werden die beiden jüngeren Verkaufspartner die Hauptverantwortung übernehmen. Für die Mitarbeitenden ändert sich also nichts. Dafür profitieren wir vor allem vom Vertrieb, der IT und dem Einkauf von Kuoni. Ich selber bin weiterhin als Vize-Präsident des Verwaltungsrates dabei, das schafft Vertrauen bei den Mitarbeitenden – und ermöglicht es mir, erst noch wieder vermehrt zu reisen.

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